Innovation9 min Lesezeit·

Forschung & Entwicklung (F&E) Förderung 2026 — ZIM, BMBF, EIC & Horizont Europa

F&E-Förderung für innovative KMU: ZIM bis 200.000 EUR, steuerliche FuE-Förderung bis 1 Mio. EUR Steuervorteil, BMBF-Fachprogramme, EIC Accelerator bis 2,5 Mio. EUR — alle Programme im Überblick.

Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (F&E) sind in Deutschland und der EU besonders gut gefördert — von der steuerlichen Forschungsförderung (FZulG) bis zum European Innovation Council (EIC). Innovative KMU, die neue Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen entwickeln, können bis zu 80 % der FuE-Kosten aus öffentlichen Mitteln decken. Dieser Leitfaden gibt einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Programme 2026.

F&E-Förderung und steuerliche Forschungsförderung (FZulG) können parallel genutzt werden — sie schließen sich nicht gegenseitig aus. Wer beide Instrumente kombiniert, erreicht oft 60–80 % Förderquote auf FuE-Personalkosten.

1. ZIM — Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand

Das ZIM des BMWK ist das wichtigste F&E-Förderinstrument für den deutschen Mittelstand. Es fördert risikoreiche, marktnahe FuE-Projekte von KMU (bis 500 Mitarbeiter, bis 50 Mio. EUR Jahresumsatz). Einzelprojekte: bis zu 200.000 EUR Zuschuss (40–45 % der förderfähigen Kosten). Kooperationsprojekte mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen: bis zu 380.000 EUR je Partner. Laufzeit: 2–3 Jahre. Der ZIM-Antrag wird über einen autorisierten Projektträger (AiF, DLR, VDI/VDE-IT) eingereicht.

2. Steuerliche Forschungsförderung — FuE-Zulage (FZulG)

Seit 2020 gibt es in Deutschland die Forschungszulage (FZulG) — ein steuerliches Instrument, das unabhängig von anderen Förderprogrammen genutzt werden kann. Unternehmen erhalten 25 % der förderfähigen FuE-Lohnkosten als Steuergutschrift — maximal 1 Mio. EUR Steuervorteil pro Jahr (förderfähige Bemessungsgrundlage: bis 4 Mio. EUR Lohnkosten). Besonders attraktiv für Unternehmen mit hohem FuE-Personalanteil. Antragsstellung: Bescheinigung beim BSFZ (Bundeszentrale für Steuerliche Förderung Zulage), dann Steuerveranlagung.

Die FuE-Zulage (FZulG) gilt nur für FuE-Personalkosten und bestimmte Auftragsforschungskosten — nicht für Sachkosten, Materialien oder Investitionen in Anlagen. Diese werden besser über ZIM oder BMBF-Fachprogramme gefördert.

3. BMBF-Fachprogramme — sektoral und technologiespezifisch

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat thematische Fachprogramme für strategische Technologiebereiche. 'Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)' fördert klimarelevante FuE-Vorhaben. Das Programm 'KI-Innovationswettbewerb' unterstützt KI-Anwendungsprojekte in Industrie und Dienstleistungen. 'Quantentechnologien' und 'Photonik' sind weitere Fachprogramme mit hohen Fördervolumina. Die Fördersätze liegen bei 50–80 % für KMU. Antragsberatung erfolgt über die jeweiligen Projektträger (DLR, VDI, FZJ).

4. Horizont Europa — EU-Forschungsrahmenprogramm

Horizont Europa ist mit 95,5 Mrd. EUR das weltgrößte Forschungsförderinstitut. Für KMU besonders relevant sind die Säule 2 (Cluster-Calls) und der European Innovation Council (EIC). In Horizont-Projektkonsortien erhalten Unternehmen 70 % Förderquote auf direkte Kosten — für KMU mit under 250 Mitarbeitern gelten oft 80 %. Das EIC Pathfinder fördert risikoreiche Grundlagenforschung, EIC Transition bringt Ergebnisse zur Marktreife. Antragsberatung: Nationale Kontaktstellen (NKS) des BMBF bieten kostenlose Beratung.

5. EIC Accelerator — bis 2,5 Mio. EUR Zuschuss + Beteiligung

Der EIC Accelerator ist das Top-Förderprogramm für hochinnovative KMU und Startups in Europa. Er kombiniert einen nicht-rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 2,5 Mio. EUR mit optionalem Eigenkapital von bis zu 15 Mio. EUR (EU übernimmt Beteiligung). Zielgruppe: KMU mit disruptiven Innovationen und internationaler Skalierungsperspektive. Bewerbung in offenen Runden (Deadlines 3x/Jahr). Sehr wettbewerbsintensiv: ca. 5–8 % Erfolgsquote — professionelle Antragsvorbereitung empfohlen.

6. Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) — via AiF

Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) über die AiF (Allianz der Wissenschaft und Wirtschaft) fördert vorwettbewerbliche FuE-Vorhaben, die ganze Branchen betreffen. Besonders für Handwerk und traditionelle Industrien interessant: Unternehmen finanzieren als Verband ein gemeinsames Forschungsprojekt, der Bund bezuschusst 50 % der Kosten. Für Einzelunternehmen: Durch Mitgliedschaft in einem AiF-Mitgliedsverband können die Ergebnisse laufender IGF-Projekte kostengünstig genutzt werden.

7. Landesebene — F&E-Förderung in Kombination

Fast alle Bundesländer haben eigene F&E-Förderprogramme über ihre Landesbanken und EFRE-Programme. Diese können mit Bundesprogrammen kombiniert werden, solange die maximale Beihilfeintensität (De-minimis-Schwelle oder AGVO-Grenzen) nicht überschritten wird. Typische Kombination: ZIM-Bundeszuschuss + EFRE-Landeskofinanzierung + FuE-Zulage (FZulG) — ergibt häufig 70–80 % der gesamten FuE-Projektkosten aus öffentlichen Mitteln.

Schritt-für-Schritt: F&E-Förderung beantragen

  1. 1FuE-Vorhaben definieren: Klare Abgrenzung von Markt- zu FuE-Phase nötig — nur die FuE-Phase ist förderfähig
  2. 2FuE-Zulage (FZulG) sofort beantragen: Bescheinigung beim BSFZ auch rückwirkend möglich — keine Ausschlussfrist zum Start
  3. 3ZIM-Projektträger kontaktieren: AiF, DLR oder VDI/VDE-IT bieten kostenlose Erstberatung zur ZIM-Förderfähigkeit
  4. 4BMBF-Fachprogramme prüfen: Ob thematisch passende Fachprogramme ausgeschrieben sind (bmbf.de/Förderbekanntmachungen)
  5. 5EIC-Readiness prüfen: Horizon-Europe-National-Kontaktstelle (NKS) bietet kostenloses Feedback zur EIC-Eignung
  6. 6Anträge vor Projektbeginn: FuE-Vorhaben darf nicht vor Förderbewilligung beginnen — sonst rückwirkend nicht förderfähig
  7. 7Fördermittelberater einschalten: Bei ZIM >50.000 EUR oder EIC lohnt professionelle Begleitung — oft auf Erfolgsbasis

Welche Forschungs- und Innovationsprogramme passen zu Ihrem FuE-Vorhaben? Kostenloser Check in 3 Minuten.

Alle F&E-Förderprogramme finden →

Themen:

forschungentwicklungfuezimbmbfeichorizont europainnovationr&dfuezulg