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Fördermittel Unternehmensnachfolge 2026 — Betriebsübernahme finanzieren

Tausende Betriebe suchen jedes Jahr einen Nachfolger. Wer übernimmt, kann mit ERP-Gründerkredit, KfW, MBG-Beteiligung und Beratungsförderung die Finanzierungslücke schließen — dieser Guide erklärt wie.

In Deutschland stehen jedes Jahr rund 100.000 Betriebe vor einer Nachfolgefrage — und ein erheblicher Teil findet keinen geeigneten Nachfolger. Dabei ist die Übernahme eines bestehenden Betriebs für viele Unternehmer attraktiver als eine Gründung: etablierter Kundenstamm, eingearbeitetes Team, sofortige Cashflows. Das Problem: Die Finanzierung ist oft komplex. Dieser Leitfaden zeigt alle Fördermöglichkeiten für Nachfolger in 2026.

1. ERP-Gründerkredit StartGeld — bis 125.000 EUR, 80 % Haftungsfreistellung

Der ERP-Gründerkredit StartGeld (KfW-Programm 067) ist der bekannteste Förderkredit für Nachfolger: bis 125.000 EUR, 80 % Haftungsfreistellung für die Hausbank (d.h. die Bank verlangt weniger Sicherheiten), Laufzeiten bis 10 Jahre. Er kann sowohl für den Kaufpreis des Betriebs als auch für erste Investitionen und Betriebsmittel genutzt werden. Ideal für Übernahmen kleinerer Handwerksbetriebe, Gastronomie und Einzelhandel.

Für Übernahmen über 125.000 EUR kann der ERP-StartGeld mit dem KfW-Unternehmerkredit kombiniert werden. Sprechen Sie Ihre Hausbank konkret auf diese Kombination an.

2. KfW-Unternehmerkredit — bis 25 Mio. EUR für größere Übernahmen

Bei größeren Betriebsübernahmen greift der KfW-Unternehmerkredit (Programme 037/047): Kredite von 25.000 bis 25 Mio. EUR, günstige Zinssätze unter Marktkonditionen, Tilgungsfreijahre möglich. Er finanziert sowohl den Kaufpreis als auch Modernisierungsinvestitionen nach der Übernahme — wichtig, weil viele übernommene Betriebe als erstes Investitionen in Digitalisierung oder Energieeffizienz brauchen.

3. MBG-Beteiligung — Eigenkapitallücke schließen ohne Bank-Kredit

Ein häufiges Problem bei Nachfolgen: Die Bank verlangt 20–30 % Eigenkapital, der Nachfolger hat aber weniger. Lösung: Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) des jeweiligen Bundeslands bietet stille Beteiligungen, die bei Banken als Eigenkapital zählen. Beteiligungen von typisch 100.000 bis 2,5 Mio. EUR, Laufzeiten 10 Jahre, ohne Sicherheiten. Die MBG-Beteiligung verbessert die Kreditwürdigkeit und öffnet den Weg zu besseren KfW-Konditionen.

4. BAFA Unternehmensberatung — bis 3.500 EUR Zuschuss für Berater

Eine Unternehmensübernahme braucht professionelle Begleitung: Kaufpreisgutachten, Due Diligence, Vertragsgestaltung, Finanzierungsstruktur. Das BAFA fördert Beratungsleistungen für KMU mit bis zu 50 % der Beratungskosten (max. 3.500 EUR). Das klingt nach wenig — aber selbst ein Teil-Zuschuss für einen Unternehmensberater, der die Übergabe strukturiert und Fehler vermeidet, ist bares Geld wert.

5. KfW ERP-Kapital für Gründung — Eigenkapitalhilfe

Das ERP-Kapital für Gründung (KfW-Programm 058) bietet echtes Eigenkapital — d.h. Nachrangdarlehen, die bei Banken wie Eigenkapital gewertet werden — von 40.000 bis 500.000 EUR. Anders als normale Kredite ist es 10 Jahre lang nachrangig: In dieser Zeit steht das Kapital dem Unternehmen fest zur Verfügung, ohne dass die Hausbank Sicherheiten dafür verlangt. Ideal zur Ergänzung des ERP-StartGeld bei komplexeren Nachfolgestrukturen.

6. NachfolgeKontor und regionale Beratungsnetzwerke

Neben Finanzierung gibt es in Deutschland ein dichtes Netz an kostenloser Erstberatung: Die Industrie- und Handelskammern (IHK) und Handwerkskammern bieten spezielle Nachfolge-Beratung an — kostenlos. Das bundesweite Nachfolgekontor (nexxt-CHANGE) vernetzt Übergeber und Nachfolger. Regionale Wirtschaftsförderungen helfen oft bei der Suche nach Fördermitteln. Nutzen Sie diese Angebote vor dem eigentlichen Kauf.

7. Steuerliche Aspekte — Übergabe vs. Kauf vs. Schenkung

Ob die Übergabe als Kauf, Schenkung oder Pacht strukturiert wird, hat erhebliche steuerliche Konsequenzen für beide Seiten. Bei Schenkung/Erbfolge greift die erbschaftsteuerliche Begünstigung für Betriebsvermögen (§ 13a/13b ErbStG). Bei einem Kauf kann der Nachfolger Kaufpreisanteile abschreiben. Der Steuerberater sollte frühzeitig eingebunden werden — und selbst die BAFA-Beratungsförderung lässt sich dafür einsetzen.

Schritt-für-Schritt: Die Finanzierung einer Betriebsübernahme

  1. 1Kaufpreisbewertung: Unabhängiges Gutachten einholen (BAFA-Förderung nutzen!)
  2. 2Eigenkapital prüfen: Wie viel bringt der Nachfolger mit? Was fehlt?
  3. 3Eigenkapitallücke: MBG-Beteiligung oder ERP-Kapital als Brücke einplanen
  4. 4Fremdkapital: ERP-StartGeld (bis 125k) + KfW-Unternehmerkredit (größere Beträge) kombinieren
  5. 5Hausbank: Frühzeitig einbinden — sie stellt den KfW/ERP-Antrag formell
  6. 6Beratung: IHK/HK Nachfolgeberatung + ggf. geförderte Unternehmensberatung (BAFA)
  7. 7Timing: Förderantrag VOR Kaufvertragsabschluss — rückwirkend funktioniert nicht

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